Das EOMS wurde als eine produktspezifische Anpassung des Standard-Produktes DomiNIC® der DomiNIC GmbH umgesetzt. DomiNIC® als ein Produkt für die Verwaltung, Registrierung und Provisionierung von Domains im DNS bietet damit den Vorteil, das ONS über dessen interne Realisierung DNS abzubilden. Das EOMS verwendet durchgängig Bezeichnungen des ONS und wurde um Funktionalitäten erweitert, die das Handling von Objekten und Service-Zuordnungen für den Anwender einfach und übersichtlich gestalten. Dem Standard-Anwender bleibt das dem EPC-Netzwerk zugrunde liegende DNS vollständig verborgen.
Eine weitere wesentliche Funktionalität des EOMS ist die Einbindung von unternehmensspezifischen Datenquellen mit Informationen über Objekte. Über dieses für den operativen Betrieb sehr nützliche Feature kann das System für einen konsistenten Zustand des EPC-Netzwerkes und der Datenbasis des Unternehmens sorgen. Es gleicht dabei die Menge der Objekte aus Warenwirtschaftssystemen oder EPCIS-Systemen mit denen des EPC-Netzwerkes ab.
In den Bereichen Logistik und Supply Chain Management ist zur Steigerung von Flexibilität und Produktivität der Einsatz von Transpondern (Radio Frequency Identification, RFID) an jedem Produkt und auf jeder Transporteinheit vorgesehen. Weltweit wird die RFID-Technologie von Großunternehmen bereits genutzt oder im Rahmen von Pilotprojekten evaluiert. Mit Hilfe von Lesegeräten lassen sich – drahtlos und ohne Sichtkontakt – aus Entfernungen bis zu mehreren Metern die auf den Transpondern gespeicherten Informationen, der Electronic Product Code (EPC) als eindeutige Kennzeichnung eines bestimmten Objektes, auslesen. Die Daten werden an IT-Systeme weitergeleitet, wo sie gefiltert, aufbereitet und gespeichert werden. Ziel ist die weltweite und zeitnahe Verfügbarkeit dieser Informationen und ihre Nutzung im Rahmen verschiedener Anwendungsfälle aus der Logistik und dem Supply Chain Management.
Jeder der im Produktions- und Lieferprozess Beteiligten soll den Lebenszyklus des Produktes weltweit nachverfolgen und die relevanten Informationen abrufen können: Wo sich wie viele Exemplare einer bestellten Ware befinden, woraus sie hergestellt sind, welchen Lieferweg sie nehmen und wo sie schließlich zum Zwecke des Recycling abgegeben werden. Um sich diese Möglichkeiten zu erschließen, muss in den beteiligten Unternehmen eine standardkonforme Software-gestützte IT-Struktur aufgebaut werden, die den unternehmensübergreifenden Informationsaustausch erlaubt. Sie schafft die Verknüpfung von Transpondern, Lesegeräten und den IT-Systemen mit verteilten Datenbanken der beteiligten Händler, Logistik-Dienstleister, des Herstellers und seiner Zulieferfirmen unter Nutzung des Electronic Product Code (EPC) im sog. EPC-Netzwerk.
Das Rückgrat des EPC-Netzwerks bildet der Object Naming Service (ONS), als dessen funktionaler Kern das Domain Name System (DNS) fungiert. Das ONS dient der Lokalisierung der Informationen zu den per EPC identifizierbaren Objekten. Über NAPTR Resource Records werden dabei zu den Objekten Verweise auf verfügbare Services (sog. EPCIS = EPC-Information-Services) gespeichert und für Abfragen zugänglich gemacht. Damit liefert das ONS den Startpunkt einer Kette von Informationen, die zu einem einzelnen Objekt auf verschiedenen Servern verteilt gespeichert sind. Das logische Zusammenführen der verteilten Datenbestände, z.B. zur Beantwortung einer Anfrage zu einem bestimmten Objekt, erfolgt über den Discovery Service (DS oder EPCDS).
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